Smartphone, Tablet, WLAN, DECT-Telefone – kabellose Technologie beherrscht zunehmend unser Leben und unseren Alltag. Dass die dabei freigesetzte so genannte nicht-ionisierende Strahlung auch unserer Gesundheit schaden kann, ist den meisten Menschen nicht bewusst oder wird abgetan. Aber immer mehr Studien belegen, welche gravierenden Langzeitschäden durch die elektromagnetischen Felder (EMF) entstehen können. Durch die geplante 5G-Technologie und den Ausbau von „Smart- Home“-Anwendungen wird sich die Belastung noch einmal deutlich erhöhen.

Strahlung vom Handy

Ständige Erreichbarkeit bei Tag und bei Nacht ist für die meisten Menschen inzwischen unabdingbar. Schon die Kinder sind mit dem Smartphone unterwegs. Meist werden die Geräte dicht am Körper getragen und eingesetzt – das Handy in der Hosentasche oder am Ohr, der Laptop auf dem Schoß. Doch je näher die Strahlung den Körperzellen ist, desto gravierender werden die Schäden.

 

Gesundheitsschäden durch EMF-Strahlung

Studien zeigen insbesondere Langzeitschäden durch die Strahlung. Einen guten Überblick über die aktuelle Studienlage bietet der Artikel „Risiko Mobilfunk“ von Peter Hensinger aus der DHZ. Alle aktuellen Studien sind auf der Seiten EMF:data und EMF-Portal aufgeführt.

Als gesichert angesehen wird inzwischen die krebsfördernde Wirkung. Vor allem Hirntumoren und Tumoren des Blutsystems wie Leukämie oder Non-Hodgkin-Lymphome, aber auch Schilddrüsenkrebs zeigen sich vermehrt als Folge der beständig einwirkenden Strahlung. Kinder sind dabei besonders gefährdet. Darüber hinaus kann es zu Störungen der Gehirnentwicklung, Beeinträchtigungen beim Lernen und für das Gedächtnis kommen. Ebenso können Müdigkeit und Kopfschmerzen auftreten. Auch Fruchtbarkeitsstörungen sowie Entwicklungsstörungen der Embryos und Babies wurden nachgewiesen.

Im oben genannten DHZ-Artikel schreibt Hensinger:

Der massive Anstieg von Burnout, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Depressionen, Schlafstörungen, Lernstörungen, Herzrhythmusstörungen sowie die Zunahme von Krebserkrankungen in den Industriegesellschaften korreliert mit der Verbreitung der Mobilfunktechnologie. Die Anzahl elektrohypersensibler Menschen steigt… Die bevorstehende Einführung der 5G-Technologie mit höherer Bandbreite und weiltweit mehreren Millionen neuer Sendeanlagen wird die Inzidenz EMF-induzierter Erkrankungen deutlich erhöhen.

 

Der dahinter steckende Mechanismus

Die nicht-ionisierende Strahlung führt in den Zellen zu oxidativem Stress, es entstehen freie Radikale. Dies tritt schon weit unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte auf. Die freien Radikale führen zu Entzündungsprozessen, zerstören Zellen und führen zu Schädigungen an der DNA. Die als Radikalfänger wirksamen körpereigenen Abwehrstoffe werden geschwächt.

Die EMF-Strahlung führt außerdem in den „Energiekraftwerken“ der Zellen, den Mitochondrien, zu Störungen im Elektronentransport und damit auch zur verminderten Energieproduktion.

Auch eine verstärkte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke wurde experimentell festgestellt, Damit können Eiweiße und auch Giftstoffe verstärkt ins Gehirn gelangen und dort Schäden verursachen, beispielsweise Demenzerkrankungen.

 

Was Sie tun können, um sich vor der Strahlung zu schützen

Möglichkeiten, sich vor den schädlichen Folgen der nicht-ionisierenden Strahlung zu schützen, bestehen zum einen auf körperlicher Ebene, zum anderen in Maßnahmen, die sich auf die Umgebung beziehen.

Auf körperlicher Ebene hilft es, dem Organismus verstärkt so genannte Antioxidantien zuzuführen, also Stoffe, die den oxidativen Stress mindern und die freien Radikale binden. Das gelingt am besten über eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, denn diese enthalten die antioxidativ wirkenden Vitamine und Mineralstoffe.

Als Maßnahmen die Umgebung des Körpers betreffend gibt es verschiedene Möglichkeiten und Stufen. Grundsätzlich ist zu empfehlen, Handy oder Tablet/Laptop nicht direkt am oder auf dem Körper zu nutzen und zu tragen. Jeder Zentimeter Abstand hilft schon, die Schäden zu reduzieren. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, gibt es Strahlenschutzhüllen und -unterlagen, die die Strahlung des jeweiligen Geräts abschirmen. Auch der Einsatz von Luftleiter-Headsets empfiehlt sich.

Wo es möglich ist, sollte man auf WLAN verzichten und besser kabelgebunden arbeiten. Zumindest nachts sollte das WLAN abgeschaltet werden, das ist an den neueren Routern problemlos möglich. Meist kann man auch online im Router die Zeiten für An- und Abschaltung festlegen. Für diejenigen, die über das Festnetz telefonieren, wird der Verzicht auf Schnurlostelefone empfohlen. Möchte man das nicht, gibt es inzwischen eine Reihe von strahlungsarmen Geräten, die komplett abschalten, wenn sie nicht benutzt werden. Während der Benutzung lässt sich eine verringerte Strahlung einstellen. Frischgebackene Eltern sollten vom Einsatz kabelloser Babyphones absehen, weil auch diese Strahlung absondern und das Baby schädigen können. Je mehr kabellose, vernetze Geräte man in seiner Umgebung hat, desto höher ist auch die Strahlenbelastung.

Wer besonders empfindlich ist oder sich noch besser schützen will, kann auch baubiologische Maßnahmen ergreifen. Es gibt Abschirmfarbe, mit der man die Wände streichen kann, Abschirmgewebe für die Fenster und auch Abschirmstoffe, mit denen man einen Baldachin über dem Bett erreichten kann oder die man sogar am Körper tragen kann.

 

Was bringt die Zukunft?

Strahlung über SendemastenLäuft es weiter so, wie es sich derzeit abzeichnet, ist in Zukunft noch mit einer deutlichen Zunahme der EMF-Strahlung zu rechnen. Die Einführung der 5G-Technologie wird die Dichte der Sendestationen massiv zunehmen, wie in dem Video von Diagnose Funk deutlich wird. In kurzen Abständen werden Sendeanlagen installiert werden; die Strahlenbelastung wird sich nach Schätzungen mindestens verdoppeln. Hinzu kommmt natürlich die höhere Zahl der vernetzen Geräte, wenn die Smart-Home-Technologie oder das automatisierte Fahren verstärkt Einzug halten. Die Bundesregierung will die 5G-Technologie einführen, ohne eine Technikfolgenabschätzung vorgenommen zu haben – quasi ein riesiges Menschenexperiment.

Aktuell gibt es eine Reihe von Petitionen, die den Netzausbau aufhalten wollen, bis es deutliche Forschungsergebnisse zu den Gesundheitsgefahren gibt, hier z. B. für Berlin. Auch ich persönlich denke, dass man nicht blind neue Verfahren einführen sollte, ohne die Folgen zu kennen – schon in der Vergangenenheit hat sich oft genug gezeigt, dass dies Schlimmes nach sich ziehen kann (z. B. mit Asbest oder Contergan).

 

Und noch ein Nachtrag: Verharmlosung durch die Stifung Warentest

Im September-Heft der Zeitschrift „Test“ hat auch die Stiftung Warentest das Thema Mobilfunkstrahlung aufgegriffen. Leider wurde unter Berufung auf Studien – teils derselben Studien, die vor den Gesundheitsgefahren warnen – das Thema verharmlost und damit der Bevölkerung suggeriert, dass nichts zu befürchten sei. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk hat in einem Artikel ausführlich dargelegt, warum dieser Zeitschritenbeitrag irreführend ist.