Die meisten Menschen benutzen Sie tagtäglich, doch kaum jemand weiß, welche Gesundheitsgefahren von Laserdrucker und Kopierer ausgehen. Die Geräte setzen bei jedem Druck- und Kopiervorgang enorme Mengen an Feinstaub mit Nanopartikeln frei, die über die Atemluft in den Körper eindringen und hier zu schweren Erkrankungen führen können.

Die internationale Stifung nano-control schreibt:

„Laserdrucker emittieren laut amtlichen Messungen Milliarden feine und v. a. ultrafeine Partikel pro Seite, darunter eindeutig auch relevante Mengen metallischer Nanopartikel und krebsverdächtiges Carbon Black aus den Tonern sowie flüchtige organische Verbindungen (VOC) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), wie weltweite Untersuchungen an Laserdruckern und Kopiergeräten bestätigen.“

Eine Reihe von internationalen Studien, u. a. vom IUK Freiburg, dem Karlsruhe Institute of Technology, der Harvard University und dem National Center for Nanoscience and Technology in Peking haben über Jahre hinweg bestätigt, dass diese Emissionen zu gesundheitlichen Schädigungen führen. Häufig sind hier Atemwegsinfekte, Reizungen der Augen, Hautausschläge, Kopfschmerzen, aber auch Entzündungen in anderen Körperbereichen, Gedächtnisstörungen und Erschöpfung. Ein Problem liegt darin, dass der Körper keine Abwehrmechanismen gegen die winzigen Nanopartikel hat. Sie können bis in die Zellen eindringen und dort Schädigungen bis hin zu DNA-Veränderungen hervorrufen.

Bericht eines Betroffenen

Der Initiator von nano-control, der ehemalige Kriminalbeamte Achim Stelting, wurde aufgrund seiner eigenen Erkrankung und der zahlreicher Kollegen auf das Problem aufmerksam. Es war der erste Fall in Deutschland, bei dem eine Atemwegserkrankung durch Druckerstäube als Berufserkrankung anerkannt wurde. Anschließend begann er zu recherchieren, um auf das Problem der Druckeremissionen aufmerksam zu machen.

Er berichtet im Online-Magazin Frieda, wie dieses Problem trotz des Engagements von nano-control auf politischer Ebene weiterhin ignoriert wird:

„Die wirtschaftlichen Interessen der internationalen Konzerne haben bei der Bundesregierung eindeutig Vorrang vor unserem höchsten Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Auch das in der EU geltende Vorsorgeprinzip wird missachtet. Vordergründig bezieht man sich gern auf wissenschaftliche Erkenntnislücken. Statt Wissen zu schaffen und über Risiken aufzuklären, werden Wissenslücken durch Untätigkeit erhalten – auf Kosten der Gesundheit der Bürger. Nachdem wir Tausende von Erkrankungsfällen dokumentiert, die notwendigen Studien selbst bezahlt und den Stand der weltweiten Forschung zusammengefasst haben, erleben wir gerade, dass das Umweltministerium, das UBA und die BAuA nicht mit uns sprechen wollen.“

Die Stiftung hat sich allerdings auch an die Hersteller der Geräte gewandt; ein Hersteller baut inzwischen einen Filter ein. Die Firmen sollen nun nochmals mit den aktuellen Forschungsergebnissen konfrontiert werden. Sollten sich die Konzerne weiter sperren, könnten auch juristische Schritte in Betracht gezogen werden.

Was können Sie tun?

Sofern das machbar ist, sollten Sie in jedem Fall zu Hause auf einen Tintenstrahldrucker umsteigen und möglichst darauf hinwirken, dass an Ihrem Arbeitsplatz ebenfalls keine Laserdrucker eingesetzt werden. Ist eine Umstellung nicht möglich, sollte der Drucker möglichst weit entfernt von dem Platz stehen, an dem Sie sitzen. In Kopierräumen und Räumen, wo viel gedruckt wird, sollte häufig gelüftet werden.

Falls Sie schon eine Erkranktung haben, die möglicherweise auf die Belastung durch Feinstaub und Nanopartikel zurückzuführen ist, kann eventuell ein Mundschutz etwas Abhilfe schaffen. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall Untersuchungen vornehmen lassen, um diese Ursache zu bestätigen oder auszuschließen.

Aktuell gibt es auch eine Online- Petition auf campact „Machen Sie sich stark für gesunde Raumluft!“ an Bundesumweltministerin Hendricks und ihre Ministerkollegen für Umwelt, Arbeit, Verbraucherschutz, Gesundheit und Bildung, die bereits von rund 4.000 Menschen unterstützt wird.

 

Diese Website verwendet Cookies in Übereinstimmung mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung, um beispielsweise Inhalte zu personalisieren oder die Zugriffe auf diese Webseite zu analysieren. Wenn Sie einem zukünftigen Verfolgen widersprechen, wird in Ihrem Browser ein Cookie gesetzt, mit dem diese Entscheidung ein Jahr gespeichert wird.

Zustimmen oder Widersprechen