Für viele Menschen, die sich nicht vertieft mit der Homöpathie beschäftigt haben, sind die Prozesse, die im Verlauf einer homöopathischen Behandlung auftreten, schwer zu verstehen. Dazu gehört auch das Konzept der Unterdrückung. Werden Symptome oder Krankheiten unterdrückt, kann dies sehr nachteilige Folgen für den Gesundheitszustand des Patienten haben.

Unterdrückung: auch mit Homöopathie möglich

Grundlegend: Der richtige Heilungsverlauf

In der Homöopathie gilt der Grundsatz „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“. Das heißt, ein homöopathisches Mittel wird so ausgesucht, dass es die größtmögliche Ähnlichkeit zur Symptomatik des Patienten hat. [Zum besseren Verständnis siehe auch die Artikelreihe „Wie funktioniert eigentlich Homöopathie“.] Dabei bezieht man sich nicht auf einzelne Lokalsymptome, sondern legt die Gesamtheit der Symptome des Patienten zugrunde und versucht, an die Ursache des Problems heranzukommen. Gelingt dies, kann man den richtigen Heilungsverlauf beobachten, der nach dem amerikanischen Homöopathen Constantin Hering als „Heringsche Regel“ bezeichnet wird. Danach soll die Heilung

  • von innen nach außen
  • von oben nach unten und
  • in umgekehrter Reihenfolge des Auftretens der Symptome

erfolgen. Von innen nach außen heißt, von den für das Funktionieren des Organismus besonders wichtigen Organen hin zu den weniger lebenswichtigen. Das heißt, vom Gehirn über die wichtigen Organe (Herz, Lunge, Nieren, Leber etc.) bis hin zur Haut. Hauterscheinungen beeinträchtigen das Überleben in der Regel am wenigsten.

Was heißt Unterdrückung?

Zu einer Unterdrückung kann es kommen, wenn – durch schulmedizinische Medikamente, chirurgische Eingriffe oder naturheilkundliche Therapien – Symptome beseitigt werden, ohne dass man an die Wurzel der Erkrankung gekommen ist. Beispiele hierfür wären der Einsatz einer Cortisonsalbe, um Hautausschläge zu beseitigen, das Wegschneiden von Warzen oder Muttermalen oder auch der Einsatz eines pflanzlichen oder homöopathischen Mittels, das nur einen Husten beseitigt. Eine Unterdrückung liegt aber auch vor, wenn der Organismus daran gehindert wird, seine normalen Körperfunktionen auszuüben, z. B. im Bereich der Fortpflanzung durch Einnahme der Pille.

Folgen der Unterdrückung

Symptome sind ein Weg des Organismus, um das Vorliegen einer Störung in seinen Regulationsmechanismen auszugleichen – sozusagen eine Art Ventil, das das weitere Funktionieren der Körperprozesse trotz der Störung ermöglicht. Nimmt man dem Organismus dieses Ventil, wird er sich ein anderes suchen. Werden nun also Symptome einer Krankheit unterdrückt, kommt es in der Regel zu einer Umkehrung des Heilungsverlaufs. Das äußerlich sichtbare Symptom ist zunächst verschwunden, die Krankheit wird aber „weiter nach innen getrieben“. Das heißt, sie verlagert sich hin zu Organen, die wichtiger für das Überleben sind. Ein häufig zitiertes Beispiel ist das Auftreten von Asthma nach der Unterdrückung von Hautausschlägen.

Möglich ist aber auch, dass am gleichen Organsystem schwerwiegendere Symptome auftreten. Ein Beispiel hierfür wäre das Auftreten von Hautkrebs, nachdem gutartige Tumore oder Muttermale herausgeschnitten wurden. Ähnliches kann passieren, wenn normale Körperfunktionen unterdrückt werden. Oft treten dann Symptome im gleichen Funktionskreis auf. So kommt es häufiger nach einer Hormontherapie im Klimakterium zum Auftreten von Eierstockkrebs.

Die Folgen der Unterdrückung werden leider nicht immer gleich sichtbar. Oft zeigen sie sich erst mit deutlicher Verzögerung und werden dann gar nicht mehr mit in einen Zusammenhang mit den vorgenommenen Therapien gebracht. Bei manchen Patienten lässt sich aber deutlich ein Fortschreiten der Pathologie erkennen, wenn man die Krankengeschichte auf einem Zeitstrahl aufträgt.

Der bessere Weg

Um das Fortschreiten von Krankheitsprozessen zu vermeiden, empfiehlt es sich, immer mit ganzheitlichen Methoden an Erkrankungen heranzugehen. Neben der klassischen Homöopathie kann das z. B. die chinesische Medizin sein, in der Störungen im Energieverlauf aufdeckt und behebt und in Diagnostik und Therapie auch innere und äußere Krankheitsursachen berücksicht. Therapien, die rein auf das Beheben lokaler Symptome ausgerichtet sind, sollte man vermeiden, ebenso wie kosmetische Behandlungen, beispielsweise das Beseitigen von Warzen.

 

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